Der schwedische Zentralverband für Alkohol- und Drogeninformationen (CAN – Centralförbundet för alkohol- och narkotikaupplysning) hat seinen neuen Bericht für 2025 veröffentlicht. Demnach greifen nur noch rund 4,8 Prozent der Bevölkerung zur Zigarette. Damit gilt Schweden nun offiziell als rauchfrei, denn der Wert liegt unterhalb der fünf-Prozent-Grenze der WHO.
Um das Ziel zu erreichen, haben die Regierungen in Schweden mehrere Stellschrauben genutzt. Einerseits wurde regelmäßig der Preis für Zigaretten erhöht, auf der anderen Seite wurde der Erwerb erschwert: Für Zigaretten darf keine Werbung gemacht werden und die Produkte dürfen auch nicht in den Supermärkten ausgestellt werden. Wer also in Schweden Zigaretten kaufen möchte, muss an den Kassen gezielt danach fragen. Außerdem gilt in vielen Bereichen in der Öffentlichkeit ein striktes Rauchverbot: So zum Beispiel vor Restaurants, Spiel- und Sportplätzen, auf Bahnhöfen oder an den Bushaltestellen. Auch viele Großveranstaltungen in Schweden sind rauchfrei.
Rauchfrei, aber nicht nikotinfrei

Nur weil Schweden nun offiziell rauchfrei ist, heißt es nicht, dass gar kein Nikotin mehr konsumiert wird. So steigt seit Jahren der Konsum von Snus, einem Orlatabak, der hinter die Lippe oder in die Wange gelegt wird. Laut CAN nutzen 2025 rund 22 Prozent mehr oder weniger regelmäßig Snus. Besonders in der Kategorie der 17- bis 29-Jährigen ist Snus beliebt.
Im Vergleich zu Schweden hat Deutschland noch einen weiten Weg vor sich. In der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen liegt die Quote laut dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2024 (ESA) bei 21,8 % – das entspricht rund 11,2 Millionen Menschen. Davon rauchen 1,7 Millionen täglich mindestens 20 Zigaretten. Bei etwa 4,3 Millionen Menschen wird eine Abhängigkeit von konventionellen Tabakprodukten angenommen.