Der ESC ist in Schweden äußerst beliebt und wird zum Teil sehr ernst genommen. Das ist, wenn man auf die ESC-Erfolge der letzten Jahrzehnte blickt, auch nicht wirklich verwunderlich. Ein Grund dafür ist sicherlich auch, dass den Zuschauerinnen und Zuschauern traditionell eine breite Beteiligung im Rahmes des Vorentscheids ermöglicht wird. Dieser heißt in Schweden Melodifestivalen (in Schweden oft auch kurz ‚Mello‘ genannt) und findet an verschiedenen Orten statt. Aber wie genau funktioniert der Vorentscheid?
Melodifestivalen wird von der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt SVT produziert. Dabei gibt es jeweils fünf Vorrunden (Deltävlingar), die in unterschiedlichen Städten stattfinden und bei denen sechs Songs gegeneinander antreten. In jeder Vorrunde sind die beiden Beträge mit dem meisten Stimmen automatisch im Finale, der drittplatzierte bekommt am Ende der fünften Vorrunde (Finalkvalet) eine zweite Chance und muss sich gegen die anderen Drittplatzierten behaupten (Final-Qual-Voting). Im großen Finale treten dann die Sieger der Vorrunden plus zwei Gewinner aus dem Final-Qual-Voting gegeneinander an.
Während der Vorrunden können die Zuschauer entweder über die App oder per Anruf Punkte vergeben. Bei der Punktevergabe über die App wird dabei in folgende Altersgruppen unterschieden: 3–9 Jahre, 10–15 Jahre, 16–29 Jahre, 30–44 Jahre, 45–59 Jahre, 60–74 Jahre sowie ab 75 Jahren. Das sorgt immer mal wieder für interessante Abstimmungsergebnisse.

Bereits seit einigen Jahren sind die Vorentscheide eine feste Größe im Unterhaltungsprogramm. Zuschauerzahlen von bis zu 5 Millionen Zuschauern sind dabei keine Seltenheit, wobei Zuschauer aus dem gesamten Baltikum einschalten. Außerdem laufen fast alle Lieder aus den Vorrunden regelmäßig in den (schwedischen) Charts.