Fünf Fehler beim Hauskauf in Schweden

Nicht wenige träumen von einem kleinen, roten Häuschen in Schweden. Dank der EU ist es auch für deutsche Staatsbürger möglich, in Schweden eine Immobilie zu erwerben und tausende haben das auch bereits getan. So gehören rund 27 Prozent aller schwedischen Ferienhäuser deutschen Staatsangehörigen. In diesem Beitrag zeigen wir fünf Fehler beim Hauskauf in Schweden, wie man vermeiden kann und sollte.

Fehler 1: Immobilie nicht besichtigen

Der wohl häufigste und schwerwiegendste Fehler beim Hauskauf in Schweden ist, die Immobilie vor dem Erwerb nicht zu besichtigen. Dabei ist das unverzichtbar, denn nicht immer lassen sich auf Fotos und Videos alle Mängel und Gegebenheiten korrekt abbilden. Außerdem lässt sich so die nähere Umgebung erkunden und abschätzen, ob die Straße in der Nähe wirklich stark befahren ist, wie groß das Grundstück wirklich ist und wie die Nachbarschaft ist.

Wer sich unsicher ist hat in Schweden auch das Recht, einen besiktningsman mit zur Immobilienbesichtigung mitzunehmen. Dabei handelt es sich um einen Sachverständigen bzw. Baugutachter, welcher eventuelle Mängel erkennt und dokumentiert. In manchen Fällen gibt es bereits ein solches Gutachten, welches vom Verkäufer beauftragt wurde.

Fehler 2: Nicht genügend Zeit einplanen

Ein häufiger Fehler beim Hauskauf in Schweden ist es, nicht genügend Zeit einzuplanen. Sei es für die Suche nach passenden Immobilien, Besichtigungen oder für den Kaufprozess selbst. Schweden ist zwar was die Digitalisierung angeht sehr weit fortgeschritten, doch bestimmte Prozesse brauchen eben ihre Zeit. So entscheidet zum Beispiel alleine der Verkäufer, wann die Angebotsphase beendet ist und auch das Eröffnen eines Bankkontos kann sich über mehrere Tage hinziehen.

Auch sollte man bedenken, dass die Entfernungen in Schweden andere sind. Ist man zum Beispiel in Schweden unterwegs für Besichtigungen, können die Fahrten zwischen den Immobilien länger dauern als in Deutschland.

Fehler 3: Kein Budget für Renovierungen oder Sanierungen

Hat man eine Immobilie erworben und sich diese in aller Ruhe angeschaut bzw. einige Tage in der Immobilie verbracht, kommt dann doch oftmals die Erkenntnis: Es muss doch etwas am Haus gemacht werden. Sei es neue Farbe an der Fassade, neue Möbel oder Einrichtung, Kosten für den Schornsteinfeger oder einfach eine Umgestaltung im Garten. Für diese Fälle ist es gut, etwas Geld in der Hinterhand zu haben, um solche Ausgaben abzufangen.

Fehler 4: Keine Informationen einholen

Hat man eine potentiell passende Immobilie gefunden, sollte man so viele Informationen wie möglich einholen. Das ist auch keine unlösbare Aufgabe, denn in Schweden sind die meisten Informationen offen zugänglich. Auf jeden Fall sollte man sich über die Wasserqualität, die Bodenqualität sowie über eventuelle Bauvorhaben in der Gemeinde informieren. Letzteres wird oft auf der Webseite der Kommune bekannt gegeben. Schließlich will man nicht, dass neben seinem Haus ein Windpark, eine neue Straße oder eine Fabrik entsteht.

Außerdem sollte man sich im Vorfeld darüber informieren, ob und wie die Straßen und Wege im Winter geräumt werden, wo die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind, wie das Thema Abwasser behandelt wird und ob es bestimmte Auflagen von der Kommune gibt.

Fehler 5: Ungeklärte Finanzierung

Möchte man in Schweden ein Haus kaufen, sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie man die Immobilie finanzieren bzw. bezahlen möchte. Am einfachsten ist es dabei natürlich, wenn man den entsprechenden Betrag bereits auf dem Konto hat und keine Fremdfinanzierung benötigt. In diesem Fall muss das Geld lediglich nach Schweden transferiert werden. Komplizierter wird es, wenn man eine Finanzierung benötigt, denn Banken in Deutschland finanzieren in der Regel keinen Immobilien im Ausland und in Schweden bekommt man keinen Kredit, da keine Kredithistorie vorhanden ist. Ein Gespräch mit der Hausbank in Deutschland ist daher unerlässlich.

Außerdem sollte man sich im Klaren sein, wie man die laufenden Kosten (Grundsteuer, Müllentsorgung, Strom, Wasser, Wegebau, Schornsteinfeger, etc.) decken will. Hier ist es ratsam, ein Bankkonto in Schweden zu haben und monatlich einen gewissen Betrag zu überweisen, um die Zahlungen tätigen zu können.

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